Fortbestandsprognose

Eine Kapitalgesellschaft ist nicht nur bei Zahlungsunfähigkeit, sondern bereits bei Überschuldung insolvent. Bei buchmäßiger Überschuldung und negativem Eigenkapital hat eine zweistufige Überschuldungsprüfung zu zeigen, ob auch aus insolvenzrechtlicher Sicht eine Überschuldung vorliegt. Dabei ist einerseits der Vermögensstatus der Gesellschaft zu erheben und andererseits eine Fortbestandsprognose zu erstellen. Nur wenn beide Elemente dieser Überschuldungsprüfung negativ ausfallen, muss ein Insolvenzantrag gestellt werden.

Prinzipiell wird die Fortbestandsprognose durch den Unternehmer erstellt. Es ist jedoch jedenfalls anzuraten, die Glaubwürdigkeit und fachliche Qualität dieser Prognoserechnung durch einen externen Experten (Unternehmensberater, Steuerberater, Rechtsanwalt) unterstützen zu lassen. Die externe Sicht des Beraters erhöht die Glaubhaftigkeit gegenüber Gläubigern natürlich wesentlich. Auch die Haftungsfrage, sollte das Unternehmen später dann doch nicht zu retten sein, wird durch das Hinzuziehen externer Berater wesentlich beeinflusst.